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Ojmjakon ist eine mehrere hundert Einwohner zählende Ortschaft im Osten der Republik Jakutien (Sakha), etwa auf halber Strecke der Verbindungsstraße zwischen der Lena-Metropole Jakutsk und der Hafenstadt Magadan am Ochotskischen Meer, jeweils etwa 800 km von beiden Städten entfernt. Da diese Straße unter schwierigsten Bedingungen von Zwangsarbeitern in der Stalin-Ära errichtet worden ist, wird sie auch "Straße der Totengebeine" genannt.

Ojmjakon liegt am Oberlauf der Indigirka in einem breiten Hochtal auf etwa 700 m Seehöhe, umgeben von den bis zu 3000 m hohen Gebirgszügen des Tschersker Gebirges im Nordosten und der Suntar Chajata im Südwesten, etwa 240 km südlich des nördlichen Polarkreises. Etwa 30 km weiter südöstlich, auch an der besagten Straße, liegt die etwa 1500 Einwohner zählende Ortschaft Tomtor, in deren Nähe sich der Flugplatz und die Wetterstation mit dem Namen "Ojmjakon" befinden.

Während des Hochwinters der Nordhalbkugel gehört Ojmjakon/Tomtor oft zu den Orten mit den weltweit niedrigsten Temperaturen, und an der örtlichen Wetterstation wurde auch die bisher tiefste Temperatur der gesamten Nordhalbkugel seit Beginn der Wetterbeobachtungen gemessen, es ist der "Kältepol" der Nordhalbkugel. Die Angaben über den Meßwert differieren aber; ich habe bisher folgende Angaben gefunden:
6. Februar 1933 -71,2°C
Winter 1938 (undatiert) -77,8°C
Wie nahezu der gesamte Osten und Nordosten Sibiriens weist Ojmjakon ein extrem kontinentales Klima auf. Wie z.B. in den Wintern 2001/02 und 2002/03 können im Hochwinter die Temperaturen auch tagsüber mehrere Tage lang unter -50°C bleiben, vor allem Ende Januar treten Maxima nahe -60°C und Minima unter -60°C auf. In den Wintern 2001/02 und 2002/03 wurde die Marke von -65°C nicht unterschritten. Da die im Hochwinter tiefstehende Sonne kaum einen Beitrag zur Erwärmung der Luft leistet, gibt es in dieser Zeit nur einen schwachen Tagesgang der Temperatur, der allerdings mit steigendem Sonnenstand vor allem ab Mitte Februar stark zunimmt und besonders in den Übergangsjahreszeiten häufig 20 K und mehr erreicht. Der starke Temperaturanstieg im Frühjahr sorgt etwa Ende April erstmals für Tagestemperaturen über 0°C bei immer noch strengem Nachtfrost, der sich aber allmählich weiter abschwächt. Weitestgehend frostfrei ist lediglich der Juli, in dem der kurze, aber warme Sommer seinen Höhepunkt erreicht, z.B. wurden im Sommer 2003 nach nächtlichen Tiefstwerten um 9°C tagsüber Werte um 25°C erreicht, teilweise wurde sogar die 30°C-Marke überschritten (23. Juli: 34°C(!)). Bereits im August treten wieder vermehrt empfindliche Kälteeinbrüche vom Nordpolarmeer auf, die z.T. wieder mäßige Nachtfröste bringen. Im Zuge der herbstlichen Abkühlung ist meist Anfang Oktober letztmals mit Tagestemperaturen über 0°C zu rechnen, und der sich weiter beschleunigende Temperaturrückgang sorgt nur 8 Wochen später bereits wieder für Dauerfrost unter -40°C.


 Geoinformation
 Geographische Koordinaten
Ort Geogr. Breite Geogr. Länge Höhe ü. NN
Ojmjakon, Ortsmitte 63°28' N 142°49' E 686 m
Tomtor, Wetterstation Ojmjakon WMO 24688 63°16' N 143°09' E 745 m
Tomtor, Ortsmitte 63°16' N 143°12' E 744 m


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